7. Energieforschungsprogramm – BMWi-Förderaufruf: Energiewende und Gesellschaft (PTJ)

7. Energieforschungsprogramm – BMWi-Förderaufruf: Energiewende und Gesellschaft (PTJ)

Antragstellung: Einreichung Projektskizzen 08. April 2019 – 11. Juni 2019

Förderquote: Zuschuss, max. 50 % der zuwendungsfähigen Kosten (für KMU max. 80 %, für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen bis zu 100 %)

Die Energiewende gehört zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit. Sie ist nicht nur mit einem grundlegenden Umbau unseres Energieerzeugungs- und versorgungssystems verbunden, sondern ebenso mit einem gesellschaftlichen Wandel. Ohne den Einbezug der Gesellschaft in die Energiewende und den konstruktiven Dialog wird diese wohl kaum gelingen. Zugleich sind die Auswirkungen auf die Gesellschaft, welche die Umwandlungsprozesse der Energiewende mit sich bringen, nur wenig erforscht. Um die Folgen der Energiewende für die Gesellschaft rechtzeitig abschätzen und angemessen berücksichtigen zu können, müssen diese zunächst durch weitere Forschungen untersucht werden.

Ergänzend zu dem Forschungspunkt „Energiewende und Gesellschaft“ im Rahmen des 7. Energiefoschungsprogramm fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) diese Thematik nun gesondert in einem Förderaufruf. Sowohl das Programm als auch der Förderaufruf richten sich an Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen, die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten besitzen. Zudem antragsberechtigt sind Gebietskörperschaften und öffentliche Verwaltungen.

Ziel dieses Förderaufrufes ist es die gesellschaftlichen Konflikte der Gesellschaft bezüglich der Energiewende zu identifizieren und Lösungen zu erarbeiten. Gefördert werden Forschungsvorhaben, in denen nicht technologiebezogene sondern breit gefächerte und systemübergreifende gesellschaftliche Auswirkungen der Energiewende untersucht werden. Dazu zählen unter anderem folgende Forschungsfelder:

  • gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Energiewende (sektorübergreifend)
  • Akzeptanz und Teilhabe der Gesellschaft am Prozess der Energiewende und Ableitung von Handlungsoptionen um Missstände zu korregieren
  • Folgen des Strukturwandels in traditionellen Energieregionen und Ableitung von Handlungsoptionen und Maßnahmen, Arbeitsplatzsicherung
  • Einfluss und Folgen von Energiewendemaßnahmen auf Arbeitsumfeld, -bedingungen und -markt
  • Simulations-, Visualisierungs- und Kommunkationsmaßnahmen von Energiewendemaßnahmen unter Beteiligung der Gesellschaft
  • Technikgestaltung, Technikfolgenabschätzung, Markteinführung und -verbreitung von Innovationen, Veränderung des energiebezogenen Nutzerverhaltens
  • Akzeptanz von Datensammlung und -nutzung zum Zwecke der Digitalisierung der Energiewende unter Berücksichtigung der Autonomie der Verbraucher sowie Lebens- und Konsumgewohnheiten
  • sozio-ökonomische Effekte von finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten an Energiewendemaßnahmen

Projektvorschläge können von Konsortien verschiedener Forschungsdisziplinen eingereicht werden. Mindestens drei Fachdisziplinen sollen bei dem Forschungsvorhaben beteiligt sein. Besonders die Einbindung eines Akteurs aus den Forschungsdisziplinen Sozial- , Kommunikations- oder Geisteswissenschaften ist erforderlich damit gesellschaftliche Aspekte kompetent beurteilt werden können. Zudem sollten auch Partner aus den Bereichen Umwelt und Energie beteiligt sein. Durch die Integration der öffentlichen Verwaltung und von Privatpersonen, aber auch von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Verbänden in die Vorhaben soll der Praxisbezug gewährleistet bleiben und zudem die Forschungsergebnisse in Politik und Gesellschaft übertragen. Die Frist zur Einreichung der Projektvorschläge endet am 11. Juni 2019.

Ausführliche Informationen zum Programm finden Sie hier.

Über den Autor

Stefanie Beitz administrator